EXPRESS-Serie:
Power-Frauen hinterm Tresen
Bei der flotten Isa ist der Knoten geplatzt
Sportlich: Isa Fiedler, Chefin des "Knoten" in der
Altstadt, hat ein ganz großes Herz für die Footballer von "Rhein Fire".
Besonders für Ex-quarterback "Mighty" Quinn. Seit drei Monaten ist die
31jährige Düsseldorferin selbständig: "Darauf bin ich echt stolz", sagt sie.
Von FRANK MENKE
Burschikoses Auftreten, kesses Lächeln, ein flottes Mundwerk,
üppige Formen, typisch rheinischer Charme: Gestatten, Isa Fiedler. Vor drei Monaten erst
wagte das echt Düsseldorfer Mädchen aus Unterrath den Sprung in die Selbständigkeit,
übernahm die Partykneipe "Knoten" in der Altstadt auf der Kurze Straße. Ein
unbeschriebenes Blatt ist die 31jährige in der Gastronomie allerdings nicht: "Ich
bin seit zwölf Jahren 'Kneipologin'. Bevor ich meinen eigenen Laden aufgemacht habe, war
ich Geschäftsführerin in Peter Klinkhammers 'Spiegel', einem der umsatzstärksten
Schlösser-Betriebe. Ohne diesen Job hätte ich nie ein solch tolles eigenes Lokal
angeboten bekommen."
Noch immer wirkt sie leicht verwundert darüber, daß die
Schlösser-Brauerei und Hauseigentümer Lutz Lohmann sie zur "Knoten"-Queen
auserkoren haben: "Machen wir uns doch nichts vor. Als Frau hast du einen schwierigen
Stand. Mädchen gibt man lieber eine Chance bei Lokalen, die nicht so gut laufen. Der
'Knoten' aber ist ein Vorzeigeobjekt, das schon immer schwarze Zahlen geschrieben hat. Ich
bin sehr stolz darauf, daß ich den Zuschlag bekommen habe."
Womit bei der pfiffigen Isa der Knoten buchstäblich geplatzt ist.
Ein Lebenstraum sei damit für sie in Erfüllung gegangen.
Reiseverkehrsfrau hat sie nach dem Abi gelernt. Schon während der
Ausbildung jobbte sie nebenbei in der Gastronomie: "Man muß das machen, zu dem man
sich berufen fühlt. Ich bin jemand, der gerne über Tische und Stühle tanzt. Der dafür
sorgt, daß die Post abgeht. Der Spaß daran hat, anderen Menschen Spaß zu
bereiten."
Kein Wunder, daß ihr Laden läuft. Mittlerweile hat Football-Fan
Isa die ganze Rhein-Fire-Crew an Bord genommen. Spieler, Fans und Management
"firen" gerne bei ihr ab. Worauf sie besonders stolz ist: ein gerahmtes Trikot
von Quarterback Mike "Mighty" Quinn. Nur ärgert sie, daß der heute nicht mehr
bei "Rhein Fire", sondern bei den Dallas Cowboys spielt.
Harte Jungs, harte Drinks, lange Nächte, nicht selten eine
80-Stunden-Woche - wie steckt sie das weg? "Ich kann total abschalten. Verkrieche
mich zu Hause mit einem guten Buch. Mich fesselt Geschichte, insbesondere die
amerikanische." Und dann gibt es ja auch noch ihre vier Katzen und ihren Mann Frank,
der für Ausgleich sorgt. "Leider sehen wir uns momentan recht selten. Aber er ist
mein größter Rückhalt." Familienzuwachs sei momentan jedoch noch kein Thema:
"Meine Kneipe ist mein Baby. Das ziehe ich jetzt erst einmal richtig groß, und dann
sehen wir weiter."
Ihren zahlreichen Verehrern soll's nur recht sein. Die reihen sich
Abend für Abend in steter Eintracht am Tresen auf. Und wenn mal einer, womöglich
angeheizt vom Alkohol, über die Stränge zu schlagen droht, hat Isa ein ganz einfaches
Rezept: "Es gibt nur wenige Dinge im Leben, die man nicht durch gutes Zureden und mit
einem Lächeln regeln kann." |